Neuerscheinung: Beitrag von Corinna Peil in TATuP veröffentlicht
Im aktuellen Heft der Zeitschrift für Technikfolgenabschätzung in Theorie und Praxis (TATuP) ist ein Beitrag von Corinna Peil mit dem Titel „Infrastructures of care: Ethics in everyday digital media use“ erschienen.
🔗 https://doi.org/10.14512/tatup.7169
Der Artikel konzeptualisiert digitale Medien als „Infrastrukturen der Fürsorge“ und rückt Praktiken wie Wartung, Anpassung und Unterstützung beim Gebrauch von Medientechnologien in den Mittelpunkt – Tätigkeiten, die im digitalen Alltag oft unsichtbar bleiben, aber zentrale Bedeutung für soziale Teilhabe und nachhaltige Technologieentwicklung haben. Aus einer Care Ethics Perspektive wird argumentiert, dass die alltägliche Auseinandersetzung mit technischen Störungen, Updates und Konfigurationsproblemen nicht nur individuelles Medienhandeln prägt, sondern auch kollektive Sorgebeziehungen aktiviert. Das Konzept der Warm Experts beschreibt dabei informelle Unterstützungsnetzwerke, die digitale Teilhabe sichern – quer durch Altersgruppen und Erfahrungsstände.
Anhand qualitativer Daten aus mehreren Studien beleuchtet der Beitrag, wie solche Unterstützungsbeziehungen zur sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit digitaler Medien beitragen können. Zugleich werden politische und technologische Implikationen benannt, etwa im Hinblick auf Reparierbarkeit, Usability und die Verantwortung der Tech-Industrie.
Der Beitrag ist Teil des TATuP-Schwerpunkthefts „Practices and concepts of care in sustainability transformations: Critical perspectives in technology assessment“, herausgegeben von Sarah Hackfort, Julia-Lena Reinermann und Daniela Gottschlich.